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  • Käptn Peng und die Tentakel von Delphi – Expedition ins O

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Es war eine Zwangsläufigkeit, dass die bei der Tour zum ersten Album von “Shaban und Käptn Peng” mitgenommene Live-Band “Die Tentakel von Delphi” Bestandteil des zweiten Albums würde, denn laut einiger Aussagen von Zeugen war die Band der Smasher. Nicht zwangsläufig ist allerdings, dass Shaban ganz unprätentiös in dieser Band aufgeht und nicht auf die Nennung seines Namens besteht.
    Selten ist es eine Ergötzung, den Pressetext zu zitieren, den die Promoter einem Release beistellen, hier jedoch lohnt es sich zu zitieren, da er auch ein wenig von dem verschrobenen Weltverständnis der Gwisdek-Brüder und ihrer Entourage preisgibt: “…Für den nötigen Bass im Beat hingegen sorgt Shaban, der auf einem Plastikkübel aus dem Baumarkt und mehreren Snares trommelt. Der Bassist spielt auf einem 2.000 Jahre alten Kontrabass aus Mammutbaumholz, der mit Saiten aus Meerschweinchen-Darm bespannt ist.”
    Und Peng und Konsorten bedienen sich auch aller Vorteile, die so eine Band mit sich bringt. “Die Tentakel von Delphi” ziehen alle ihre Register im gleichnamigen kurzen orientalischen Industrialgewitter.
    Aber es gibt der Klangfarben nicht nur eine!
    Die Gitarre erinnert zuweilen an die “Red hot chili peppers” in “Under the bridge” und allgemein lassen sich die Tentakel nur ungern einem Musikstil unterordnen. “Absolem” ist ein wenig “Urge overkill” und zuweilen wird die Drehsirene betätigt. “Peng schickt seine Stimme gerne über durch Gitarrenverstärker und der Gitarrist steckt sich für manche Lieder Feuerzeuge zwischen die Saiten, damit der Ton nicht so schön klingt.” Es gibt Funk und welcher Musikgattung “1234Pengpengpeng” frönt, lässt sich auch unschwer erraten.
    Peng singt auch, und das nicht mal schlecht, in “Platz da” in der Hook, und die Gitarre wird in Tom-Morello-Manier geschunden, dass es eine wahre Freude ist.
    Alles klar soweit?
    Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch die Wermutstropfen aufzeigen würde:
    Pengs Stimme muss man mögen, denn sie ist krächzig. Und er folgt oft bekannten Reimschemata, zumindest stilistisch, und er ist selbstreferenziell, wiederholt gern seine eigenen Verse oder Schlagwörter, was sich auch im Video “Der Anfang ist nah” zeigt.
    Und er ist gern der Sozialkritische, denn wir dulden ja alle immer noch Despoten und sind oftmals stumpfsinnig gleichgeschaltet. Das ist echt süß, denn hier ist einer, dem man glaubt, dass er meint, dass jeder zum Eigenständig-denken fähig ist.

    Und noch ein musikalischer Wermutstropfen:
    Manchmal kann das, was Segen ist (nämlich eine Riesenbank an Instrumenten zu haben), auch Fluch sein, denn oft wäre der reduzierte Weg der Bessere. “Omega Peng” fängt wunderbar an mit Pfeifen und Schlagzeug mit Jazzbesen, kippt dann aber in einen instrumental überfrachteten Hauptteil.
    Gute Laune macht die “Expedition ins O” aber größtenteils auch nicht zuletzt der üppigen Instrumentierung wegen dennoch.

    Wertung: ★★★★☆







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