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  • Sondaschule – Lass es uns tun

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Seven days music/ Sony – VÖ: 16.11.2013

    Macht eigentlich noch irgendjemand außer vergreisten Jazzern oder Leuten, die klassische Musik zur akademischen Disziplin erhoben haben, diese Nummer mit, die Nummer mit dem Unterschied zwischen E- und U-Musik?
    (Auch hier bemerke ich schon Stirnrunzeln in der Runde!)
    Man kann Boulevardtheater an tollen Bühnen spielen und Kleist an einem Dorftheater verhunzen. Es gibt großartige- auch niveaufreie- Sitcoms und unglaublich blutleere Literaturverfilmungen.

    Worauf ich hinaus will:
    “Sondaschule” versuchen von der Stimmungsausrichtung nichts anderes zu sein als “Al Bundy”, naja, vielleicht ein wenig substanzvoller, aber definitiv kein Feuilleton.Zumindest scheint es zuerst so, wenn sie “Schöne neue Welt” intonieren. Aber plötzlich bei all diesen Lachern vom Tonband als Entsprechung für die musikalische Stimmung vergewaltigt Al Bundy ein junges Mädchen, ein starkes Bild. Soll heißen: Mitten in der Wonne des Schunkelns oder Skankens kommt “Woher auch wissen, dass sie 16 ist, wenn sie für 99 Cent vor ihrer Webcam strippt.”

    Der Sarkasmus von “Sondaschule” ist einfach deshalb so gewaltig, weil sie die Inhalte weitestgehend durch gutgelaunteste Musik konterkarieren.

    An manch anderer Stelle wie bei “Aber sicher” lassen sie uns dann aber wieder Hoffnung schöpfen, dass selbst die schlimmste Situation zu bewältigen ist.
    Ganz stark und mutig ist “Für immer nie nüchtern”, da es nicht nur eine Lobeshymne auf den Alkohol ist, sondern eher auch Thematisierung des Problems; und somit viele Leute hierzulande vor den Kopf stoßen könnte, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie dieselben Probleme haben.

    Alles in allem haben “Sondaschule” eine Daseinsberechtigung, weil sie textlich eine Brücke schlagen zwischen den Ärzten, Kraftklub, aber auch so manchem Raptext unserer Tage. Dies kombiniert mit der musikalischen Komponente Ska verschafft ihnen dann allerdings ein Alleinstellungsmerkmal. Und das machen sie gut, wirklich gut.

    Manch einer mag anmerken, die Rezension sei knapp vier Monate zu spät. Aber dennoch ist sie genau auf den Punkt, denn die Jungs sind jetzt dann auf Tour, und da sie mit “Das Pack” eine andere “Supergroup” desselben Fahrwassers dabei haben, dürfte das in Eurer jeweiligen Stadt ein unvergesslicher Abend werden.

    Wertung: ★★★★☆












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