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  • Mando Diao- Infruset

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Vertigo Berlin (Universal) – VÖ: 2.11.2012

    Wenn es heißt, dass eine Band, die ansonsten immer nur englisch singt, plötzlich mit Texten in ihrer Muttersprache um die Ecke kommt, macht man sich Gedanken um die Authentizität des Ganzen.
    Denn obwohl es besser wird, ist es oft zu spüren, dass auch deutsche Bands oftmals von der eigenen Sprache angenervt sind. Hinter Englisch kann man sich eben auch so gut verstecken.
    Als ich von “Infruset” hörte, dachte ich dann sofort, wenn die “Beatsteaks” als deutsche Band (annähernd vergleichbarer Größe) ein rein deutschsprachiges Album auf den Markt brächten, wäre dies glaubwürdiger, zumal sie auf ihren Platten immer schon Songs auf Deutsch hatten. Aber schon gleich danach hasste ich mich fast für diese Gedanken, denn einerseits haben die Schweden und die Skandinavier im Allgemeinen ein noch intensiveres Verhältnis zur englischen Sprache, zum Zweiten bin ich doch nicht die “Indie-Polizei”.

    Und zum Dritten und zum Wesentlichen: “Infruset” wirkt wie eine Platte, deren Entstehung und Entwicklung kein Schnellschuss war. Wie kam es dazu:

    Basierend auf Texten des schwedischen Dichters Gustaf Fröding schrieben sie die Musik.
    Laut Sänger Gustaf Norén fühle es sich gut an, auf “Infruset” die anspruchsvollen, und über 100 Jahre alten Texte eines der wohl größten Poeten seiner Heimat musikalisch neu zu interpretieren.

    Aber das ist auch gleichsam das Problem, denn die Texte lassen sich eher nur widerwillig in ein musikalisches Korsett pressen.
    Ein weiterer Wermutstropfen: nicht nur mein Schwedisch dürfte etwas eingerostet sein, somit dürfte es nicht nur für mich eher schwierig werden, die Texte zu verstehen.

    Ist man jedoch des Schwedischen mächtig oder gar Schwede oder Schwedin oder ist einem herzlich egal, ob man etwas versteht, kann man “Infruset” wirklich gern haben. Denn die Melodien sind wirklich schön, die Arrangements großteils sehr klassisch und symphonisch, teilweise aber auch nur mit einer Gitarre und sehr traurig und minimalistisch wie bei “Men”. Alles in allem (bis auf die dargelegten Probleme beim Anhören) eine sehr schöne Platte, speziell in der Vorweihnachtszeit.

    Wertung: ★★★½☆







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