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  • MIA. live – Konzert in München

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Das Konzert in der Münchner Muffathalle war ausverkauft, eigentlich erstaunlich für eine Band, von der zumindest ich annahm, dass sie ihre Glanzzeiten schon lange hinter sich hatte. Wikipedia belehrt mich eines Besseren, die letzten drei Alben waren allesamt in den Top-Five der LP-Charts.
    Doch nun mal schön von Anfang an:

    Schon die Vorband “Laing” war alles andere als langweilig. Gut, der Sound an sich, den “Laing” selbst als “Electric Ladysound” bezeichen, ist absolut Geschmacksache, aber die Darbietung war allererste Sahne; und ich sage das jetzt nicht, weil zusammen mit der für die Choreographien zuständigen Tänzerin insgesamt vier wunderhübsche Frauen auf der Bühne standen.

    Nein, ich sage das, weil auch sonst bei der Show alles Hand in Hand ging. Nicht nur der Roboterchoreographie wegen erinnerte das alles teilweise verdächtig an “Kraftwerk” und nicht nur der Kleider wegen an Bühnenshows aus den Achtziger-Jahren.
    Als Instrumentenfraktion gab es nur einen Schlagzeuger, der trommelte und relativ reduzierte Beats “reinfuhr”. Der reichte aber auch aus, denn die singenden und tanzenden Ladies und ihre Kleider genügten vollends, umschlossen und umschmeichelten den Beat und rundeten alles ab.

    Aber es soll hier ja um “MIA.” gehen.
    Und da muss ich ja gleich einmal große persönliche Defizite kundtun: es hatte sich einfach noch nie ergeben, dass ich auf ein “MIA.”-Konzert gehe und das hab ich an dem Abend letzte Woche bereut, von der ersten Minute an. Zumal schon das Intro ein Genuss war: Eine Kinderstimme referiert in einem Hörspiel auf Englisch über die verschiedenen Instrumente des Orchesters, die dann auch klanglich zum Zug kommen. Dann fällt das übergroße Laken, dass die Vorder- von der Hinterbühne geteilt hat und Mieze stemmt sich zu den Tönen von “Sturm” gegen eine Windmaschine. Überhaupt war bei der Bühnenshow wenig dem Zufall überlassen. Allein die Tatsache, dass Frau Katz sich mindestens dreimal umzog, ohne, dass man großartig warten musste, weil die drei Herren großartig wussten, mit der Zeit umzugehen, zeigt einerseits, wie durchinszeniert die Show war, andererseits aber auch, dass es schlicht und einfach keine überflüssigen Momente gab.
    Und nicht nur Mieze wusste um die Macht der Inszenierung, bei “Zirkus” durften alle lustig sein.
    Überhaupt stimmt die ganze Inszenierung, das Foto hier rechts oben sollte kein leeres Versprechen bleiben. Aber MIA. trugen nie zu dick auf. Auch, wenn das so klingen mag, es handelt sich aber hier mitnichten um Effekttheater, welches vom halbherzigen Akkustischen ablenken soll.

    Nein, vielmehr ist Mieze nicht nur optisch das größte Sahnestück dieser Republik, sondern sie hat eine Stimme, die gleichsam unverwechselbar ist, dazu kräftig und nie- und zwar wirklich nie- neben dem Ton liegt.
    Und auch die drei Herren scheinen keinesfalls zu denken, dass sie hinter ihrer charismatischen Frontfrau in Deckung gehen müssten, sie feiern genauso und lassen es krachen.

    Auch die anfängliche Befürchtung, dass es ein Konzert werden würde, in dem die Anzahl der Songs mit dem Alter der Platten exponentiell abnehmen würde, hielt sich nicht. “Kreisel” war am Start und von der großen “Stillen Post” spielten sie u.a. “Komm mein Mädchen” und das großartige “Sonne” in neuem Arrangement. Auch “Hungriges Herz” (welches von diesem belgischen Kinderchor gecovert wurde und in dieser Version annähernd zu Tode gedudelt wird), schien ihnen noch Spaß zu machen.

    Eine dicke Setlist wurde abgearbeitet. Weit über zwei Stunden mit zwei Zugabenblöcken mit insgesamt 5 (oder waren es sogar 6) Liedern später konnte man in nur und ausschließlich glückliche Gesichter sehen, und das zurecht.

    Und doch einen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen, denn “Ökostrom” stand nicht auf der Setlist. Das wäre bei so einer Bühnenshow bzw. bei Konzerten generell ein wenig zynisch, scheint mir.







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