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  • Mach One – Meisterstück 2: Rock’n’ Roll

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Beatillz.de (Soulfood) – VÖ: 31.8.2012

    Gleich vorweg: ich kenne Mach Ones bisheriges Schaffen nur auszugsweise.
    Er hat 2005 sein bisher einziges Soloalbum “Meisterstück 1” veröffentlicht. Das ist somit (kurz gerechnet) sieben Jahre alt; diverse Kollabo-Alben seien hier mal außen vor gelassen, da sich diese thematisch großteils um andere Dinge drehen, da als Team weniger Persönliches thematisiert werden kann. Dabei ist in der Zwischenzeit viel passiert in seinem Leben, eine Auseinandersetzung unter Writern samt Messerstichen und lebensgefährlicher Verletzung und nebenbei noch viele andere Erlebnisse, die seine öffentliche Wahrnehmung betreffen, was er auch gleich in “Schweinegrippe” thematisiert. Wer allerdings glaubt, dass die Platte in eine konstante Selbstmitleidsnummer ausartet, hat sich geschnitten, denn selbst die Schilderung krasserer Erlebnisse trieft vor Humor.
    Mach One hat das Album im Bunker von K.I.Z. produziert (bei denen er sich zuallererst bedankt im Booklet). Die Kannibalen ließen ihn machen, wahrscheinlich vor allem deshalb, weil sie ihren Schaffensmittelpunkt auch in Kreuzberg und vor allem einen ähnlichen Humor haben. So erinnert “Wie Brüder” an “Der durch die Scheibeboxxer”, allerdings eher amüsant als provokant. Und das ist genau das, was “Meisterstück 2” zu einer wesentlichen Rapplatte 2012 macht, das Amüsante.
    Aber “Mach One” kann nicht nur das: er kann auch erschreckende Szenarien zeichnen. So hat “Melanie” auch schon einen namenlosen Auftritt in “Dr. M”. Diese “Melanie” scheint ihn zu beschäftigen, vermutlich gibt es eine reale Entsprechung. Ansonsten aber ist “Meisterstück 2” zumeist- wie schon erwähnt- sehr lustig.
    Letztens lief die Platte im Auto und ein Kumpel von mir, seines Zeichens Fan von Indie-Musik, wurde hellhörig und lachte mehr als einmal.
    Aber nicht, dass jetzt der Eindruck aufkommt, dass “Meisterstück 2” so etwas wie “Comedy mit Beat drunter” sei, mitnichten. “Alles stimmt” macht da einen sehr guten Anfang, was die Dopeness an Beats betrifft. Ein Pfund an Beat und dazu ein Rapper, der den Flow sowas von mit Löffeln gefressen hat, dass er in dieser Republik fast alle in den Schatten stellt, auch K.I.Z.
    Weitere Dopeness-Awards für Beats gehen unter anderem an “Junkytown”, auch für die samtweich von einer Lady gesungene Hook.

    Lediglich eine Sache lässt mich argwöhnen, aber man muss schon ein ziemlicher Nerd sein, um bemängeln zu können, dass “Brauch ich das” auf genau dasselbe Sample gleich geloopt aufgebaut ist wie “Resurrection” von KDD.

    Ich habe jetzt nur einzelne Tracks rausgepickt, aber “Meisterstück 2” ist insgesamt saudick.
    Und somit formuliert Mach One auch selbst den Anspruch, dass die Platte chartet. Und ein kleiner Blick auf die interessehalber geöffnete “Wikipedia”-Seite offenbart, dass die Platte am 17.9. auf Platz 24 gegangen ist, und das was? Ja was? Aber sowas von zu Recht.

    Wertung: ★★★★½







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