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  • „Die Lyden des alten Johnny“ – ein Punkphlet (Kommentar zur beabsichtigten Neuauflage von “God save the Queen”)

    Von Frank Findeiss

    Warum er sich jetzt mit seinen Sex Pistols der alten Liebe wegen (zu Königin Elisabeth II.) den (musikhistorischen) Gnadenschuss mit der Neuauflage eines seiner alten Knaller geben will, bleibt sein Geheimnis, obwohl:

    Alle paar Jahre kommen sie eh wieder wie Phoenix aus der Asche hervor, um mit der aus dem daraus resultierenden Geschäft verdienten Asche erneut zu verschwinden nach dem Motto: „Aus Staub bist Du und zu Staub wirst Du wieder werden“ oder besser: … und Du wirst Dich wieder aus dem Staub machen. Dass sich ausgerechnet ein selbsternannter Antichrist und Anarchist diesem Kreislauf unterwirft, zeigt, wie weit good old Johnny von seinen Idealen abgekommen zu sein scheint.

    Nun, er hatte das Feuer aus dem Rock ’n’ Roll-Olymp gestohlen und vermutlich unterliegt er deshalb dem Schicksal dieses ewigen Kreislaufes, sich immer wieder vom Adler die Leber aus dem Leib bzw. im übertragenen Sinne vom Pleitegeier die Kohle aus den Taschen ziehen lassen zu müssen, um ihm danach erneut zu huldigen, dabei müsste er eigentlich Millionen besitzen, darf man der Tatsache glauben, dass er im gemütlichen Kalifornien ein Haus in Los Angeles und Malibu besitzt, wohlgemerkt besitzt, nicht besetzt.

    Hätte er sich nur an die seinerzeitige Maxime „Live fast, die young“ gehalten, wie etwa Bandkollege Sid Vicious bzw. all die anderen Ikonen der Musikgeschichte, die einer Musikrichtung ihren Stempel aufdrückten oder eine Jugendkultur begründeten, angefangen vom King of Rock ’n’ Roll über John Lennon zu Kurt Cobain und wer weiß, wem noch alles – na gut Ozzy Osbourne lebt zwar noch, ist aber zu seiner Ehrenrettung in der Gestalt des „Prince of darkness“ eher für scheintot zu erklären.

    Hätte es ferner nicht als ein weissagendes Zeichen angesehen werden müssen, dass ausgerechnet das letzte Pistols-Konzert im klassischen Line-up und damit der eigentliche Abgesang auf die eigene Existenz als Band am 14.01.1978 in Frisco, also der Hochburg der Hippies, stattfand, die man ein (Punk-)Leben lang verachtete. Damit war Punk doch gestorben und Johnny Rotten hatte sich ausgerottet.

    Aber nein, nein, nein. Genauso wenig, wie der Suppenkasper seine Suppe mehr essen will, genauso wenig will Johnny wohl glauben, dass die Welt ohne ein Pistols-Revival auskommt. Die Welt wollte noch nie einen alternden Star sehen. Deswegen haben sich Menschen, wie Marlene Dietrich und Peter Alexander auch jahrzehntelang zurückgezogen bevor sie das Zeitliche segneten oder zumindest so ins Delirium gesoffen, dass sie, wie Harald Juhnke in einem Heim verschwanden. In der Hinsicht ist Harald Juhnke 1000 mal mehr Punk als John Lydon.

    „Oh Johnny“ kann man da nur mit Jan Delay intonieren „Mach wie du meinst, und fühl dich frei“. Denn die Narrenfreiheit ist ja angeblich das Lebenselixir des Punks und Johnny ist nichts anderes als ein Hofnarr der Königin, die nämlich ohne ihn, er aber nicht ohne sie auskommen kann.

    Offensichtlich ist John genau daran am leiden, dass seine vor 35 Jahren aufgenommene Single „God save the queen“ anno dazumal nur auf Platz 2, statt auf Platz 1 der britischen Charts kletterte. Die Mutti hatte dem Hofnarren also zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, wenn man dem Gerücht Glauben schenken darf, dass damals absichtlich, geradezu verschwörerisch durch „höhere Mächte“ verhindert wurde, dass die Single auf Platz 1 landete, weshalb nun zahlreiche Fans via Facebook die neuerlich avisierte Single-Auskopplung hypen wollen.

    Das ganze mutet fast an wie ein Kindermärchen. Da gibt es eine Insel mit zwei Bergen (Großbritannien). Lukas der Lokomotivführer (Malcolm McLaren), der die Punkideologie (Emma) antrieb, ist zwar seit zwei Jahren tot, aber Jim Knopf (alias Johnny Rotten) reitet ungeachtet dessen auf dem Stahlross herum und macht die Insel von Alfons dem Viertel-vor-Zwölften (sprich: Elisabeth II.) weiter unsicher.


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