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  • Kettcar – Zwischen den Runden

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Grand Hotel van Cleef – VÖ: 10.2.2012

    Um es gleich mal vorwegzuschicken: das, was ich persönlich schon mit “Sylt” befürchtet hatte, passiert jetzt: “Kettcar” verzetteln sich. Wahrscheinlich flüstert ihnen immer noch jemand die Musik-Mär von der persönlichen Weiterentwicklung und dass man diese forcieren müsse wie den Stuhlgang, wenn man einige Stunden zuvor ein bis zwei Kilo Schokolade gegesen hat.
    -Zugegeben, der Vergleich ist ein wenig eklig, aber er passt stellenweise. In manchen Songs werden ganze Streichorchester vereinnahmt, die ein Pathos schaffen, dass es locker mit der Eröffnungszeremonie der Elbphilharmonie aufnehmen kann, die- richtig erkannt- schwulstig pompös sein wird, so denn sie denn mal stattfinden sollte.
    Warum hat den vier Herren samt neuem Schlagzeuger denn keiner gesagt, dass ihnen das Talent gegeben ist, sich einfach so weiterzuentwickeln, wenn sie einfach Musik machen, und sie nicht brachial die Innovationstube ausdrücken müssen. In dem sehr abwechslungreichen frischen “Rettung” wirkt nichts gekünstelt, vielmehr schienen da einfach Ideen zu sprudeln.
    Das anfänglich auf Klatschen und Klavier reduzierte “Schwebend” zeigt, dass ein Gros dessen, was “Kettcar” ausmacht, die Stimme von Marcus Wiebusch ist. Aber genau dieser Song macht dann die Schwierigkeit der Identitätsfindung von “Kettcar” 2012 deutlich, in dem die schöne Einfachheit dieses Songs dann mit Streicherarrangements zerballert wird, ebenso übrigens “R.I.P.”. Und trotzdem gehören beide interessanterweise zu den besseren Songs der Platte.
    Dabei geht es doch so herrlich einfach: “Schrilles buntes Hamburg” gewinnt keinesfalls einen Melodie- oder Innovationspreis, aber es ist die Nummer, bei der bestimmt auch die Herren von Lowtzow, Spilker, Distelmeyer (und wie die alten Herren alle heißen mögen) wohlwollend mittanzen (wobei ich nicht umhin kann, zu erwähnen, dass es mir herzlichst egal ist, zu welchem Sound die drei Herren tanzen!).
    “Im Club” wäre noch zu nennen als positiv herausragend, weil “Kettcar” dort das Altbewährte machen, was sie am besten können: einen schönen melodischen Popsong mit Herz.
    Ansonsten kann “Zwischen den Runden” leider ganz einfach abgehandelt werden: lediglich das ergreifende “Zurück aus Ohlsdorf” lässt textlich aufhorchen, ansonsten gibt es kaum Liedgut auf der Platte, welches- natürlich verglichen mit den Vorgängern- diese Platte kaufens- und hörenswert macht.

    Wertung: ★★½☆☆







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