• Rubriken

  • Schlagwörter

    Beatsteaks Björk Blumentopf Busta Rhymes Deichkind Eminem Fettes Brot Foo Fighters Gentleman Jack Johnson Jan Delay K.I.Z. Kanye West Kool Savas Korn Mando Diao Princess Superstar Rihanna Snoop Dogg Wu-Tang Clan
  • Meta

  • The Horrible Crowes – Elsie

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Side one Dummy (Cargo Records) – VÖ: 9.9.2011

    Als ob es eine Geschmacksfrage wäre wie Burger, Sushi oder Italienisch, erzählt Brian Fallon in der letzten „Visions“, dass er Kreationist sei und er glaube, dass es Quatsch sei, dass der Mensch vom Affen abstammt. Und er ergänzt noch, aber jedem bitte das Seine. Das macht den Mann, der zuvor, wenn man ihn denn einmal auf Konzerten von „The Gaslight Anthem“ erlebt hat, einen so unglaublichen Sympathiewert errungen hat, mit einem Mal unsympathisch, weil er unreflektiert wirkt. Und deshalb kann diese Äußerung nicht eine bloße Randnotiz bleiben. Brian Fallon scheint die Tragweite des Kreationismus‘ nicht verstanden zu haben: in den USA durchdringen diese Menschen, die fundamentale Erkenntnisse der Wissenschaft und gesellschaftliche Errungenschaften der Aufklärung zugunsten einer halbgaren religiösen Theorie in Frage stellen, alle gesellschaftlichen Schichten bis in die höchsten politischen Zirkel. (Das Schlimmste: Der Kreationist gibt dem Islamisten die Möglichkeit zu sagen: „Ihr stützt doch auch alles auf die Religion, also verurteilt mich nicht!“)
    Die Tatsache, dass viele Teile der US-Gesellschaft von Kreationisten durchzogen sind, könnte Herrn Fallon zur Entschuldigung gereichen, wäre er irgendwo in den ländlichen Südstaaten aufgewachsen und hätte noch nichts von der Welt gesehen. Aber Herr Fallon ist aus New Jersey, hat mit Ian Perkins als der anderen Hälfte des Duos einen Kollegen von jenseits des Tellerrands, nämlich aus England und Herr Fallon kam mit “The Gaslight Anthem” auch schon reichlich herum in der Welt.
    Und ob dieser völlig geistesarmen Aussage verliert es somit plötzlich leider ziemlich an Gewicht, was Herr Fallon da mit seinem Roadie und Kumpel Ian musiziert hat. Leider, denn „Elsie“ ist echt gut. Die Platte ist keine „The- Gaslight- Athem“-Platte, sie ist ruhiger, sie wartet nicht mit Schmackes auf, aber sie muss auch nicht, denn Brian Fallons Stimme kann auch sowas. Dennoch, alle ruhigeren Songs bei „The Gaslight Anthem“ („1930“, „Red at night“, „We did it when we were young“ und vor allem „Here’s Looking at You, Kid“) sind einfach besser als jeder Song der schrecklichen Krähen, was die Vermutung nahelegt, dass „The Gaslight anthem“ doch wesentlich mehr sind als Brian Fallon. Wenn man sich seine Meinung zur Evolution ansieht, kann man sagen, zum Glück. Und genau deshalb braucht man „Elsie“ nicht zu kaufen, sondern komplettiert lieber seine „The-Gaslight-Anthem“- Sammlung, denn 75 Prozent von denen sind nicht doof (gibt selbst der gute Brian zu).

    Wertung: ★★★½☆







    Weitere Artikel:







    5 Kommentare »
    1. Jaromir schreibt:

      man muss es glaube ich nicht so überwetrten, ich denke das ist mehr pose als inhalt, es ist halt seit johnny cash cool, so christliches zeug daherzulabern als musiker..

      9. Sep. 2011 | #

    2. Dan schreibt:

      Ich finde die Platte toll – braucht etwas, aber mittlerweile kann ich sie komplett durchhören

      22. Sep. 2011 | #

    3. Lvis schreibt:

      Wo ist das problem? Überall wird ja mittlerweile eine hexenjagd veranstaltet als ob Brian eine nazi wäre oder so. Ich kenne bei 90 % Prozent meiner Musiker die religiöse Einstellung nicht, ist doch auch ne private Sache. Kann das nicht nachvollziehen. Ox und andere magazine rufen zum Boykott auf. Jemanden zu boykottieren wegen seiner Religion ist sehr bedenklich.
      Die Platte is auf jeden Fall cool.

      10. Oct. 2011 | #

    4. Jan schreibt:

      Ist doch ne absolute Frechheit zum Boykott aufzurufen. Genaugenommen ist das ja die eigentlich schlimmere Tat. Das Brian Fallon Geistig nicht auf der Hoehe sein mag, wie das Interview zeigt ist noch lange kein Grund seine musikalischen Faehigkeiten in Frage zu stellen. Darin besteht ja die eigentliche Intoleranz.
      Brian Fallon hat direkt im Interview gesagt, dass jeder glauben koenne und solle was er will und auch der Fakt, dass er sich mit drei Menschen umgibt, die den Schwachsinn nicht glauben zeigt deutlich, dass seine Einstellung keineswegs mit der eines Nazis verglichen werden sollte.
      Meine Meinung

      25. Oct. 2011 | #

    5. Christian Schmitz-Linnartz schreibt:

      Also, ich würde nie zum Boykott aufrufen, zumindest nie wegen einer religiösen Gesinnung. Noch nicht mal dann, wenn jemand Kreationist ist. Aber, wenn man Religion über wissenschaftliche Erkenntnisse stellt, muss man sich Kritik gefallen lassen; aber eine Hexenjagd bei einem eigentlich zutiefst sympathischen Menschen ist genauso primitiv wie Kreationist zu sein!

      17. Nov. 2011 | #

    Kommentar schreiben

    Connect with Facebook