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  • Casper – XOXO

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Four Music/ Sony – VÖ: 8. Juli 2011

    Man könnte meinen, ein Land sei müde vom HipHop in seiner Sprache: denn in den letzten Jahren gab es wenig neue Entdeckungen im Genre genannt deutscher HipHop. Dies mag einerseits daran liegen, dass die Geschmäcker nach einer gewissen Übersättigung (da jeder plötzlich seinen Müll auf die Leute werfen durfte) selektiver wurden, andererseits sind einem Genre, dass seine Genregrenzen starr festlegt, auch irgendwann kreative Grenzen gesetzt, wenn es sich nicht selbst wiederholen will. Überleben tun somit die großen alten Recken mit dem Beständigkeitssiegel wie Dendemann oder auch Samy Deluxe, Crews wie K.I.Z., die neue Tabus brechen oder Rap im Dialekt wie z.B. “Doppel D” in bayerischen speziell Münchner Gefilden.

    Und natürlich “Selfmade”-Records, die mit ihrem alten polarisierenden Zugpferd Kollegah anzogen und zusätzlich mit neuen charismatischen Stimmen wie Shiml das erste neue Achtungszeichen einer vor sich hinsiechenden Szene unter’s Volk brachten.

    Und dann hatte “Selfmade” da plötzlich diesen Typ mit Karottenjeans, auch noch aus Bielefeld, der als Kind neun Jahre in den Staaten weilte. Dieser Typ namens “Casper” hauchte einem Track namens “Mittelfinger hoch!” einen Odem ein, der unglaublich neu war. Neben den Karottenjeans hatten seine Raps unglaublich viele Indie- und Punk-Referenzen; plötzlich war da einer mit einem tighten Flow, der die selbstgefälligen Mechanismen einer Szene außer Kraft setzte.

    Ich habe ihm das alles geglaubt, auch, weil diese zwei Herzen seit jeher auch in meiner Brust wohnten, dieses ehrliche Interesse für allerlei Gitarrenmusik und HipHop; das war kein Kalkül. (Nur Karottenjeans gehen unter gar keinen Umständen, niemals!)

    Somit ist es auch nicht erstaunlich, dass die Indie-Musik- Presse “XoXo” gleich für sich entdeckt hat, zumal auch Thees Uhlmann diese Platte für Indie-Kreise adelt.
    Das war dann vielleicht schon Kalkül. Somit verwundert es nicht, dass “XoXo” unter anderem in der “Visions” unter den Schönheiten der Ausgabe landet; aber eben in der Indie-Presse!
    Denn, um es gleich vorwegzunehmen:
    HipHop-Puristen können gleich mal aufhören, zu lesen: die Beats haben wenig und der Sprechgesang noch weniger mit HipHop zu tun. Der Sprechgesang ist zwar ebensolcher, aber nur in den seltensten Fällen Rap im konventionellen Sinn mit dem hiphopspezifischen Taktmaß.

    Nichtsdestotrotz liegt hier eine höchstansprechende Platte vor. Ich persönlich assoziiere ein wenig Such-a-surge-Atmosphäre und ein wenig Emo (die Hook von “Lilablau” zum Beispiel). Das Ganze ist verpackt in sehr viele feine, teils opulente Arrangements.
    Sogar der Gesang von Thees Uhlmann passt wie die Faust auf’s Auge. Also eine runde Sache, nur Caspers soziale Kreise werden sich vermutlich verändern. “Selfmade’s” Logo ist zwar noch hinten auf der CD aufgedruckt und auf der Homepage wünschen sie ihm viel Glück. Interessieren würde mich zum Beispiel Kollegahs persönliche Meinung zu “XOXO”: ob er die Platte feiert?
    Egal, “XOXO” ist auf jeden Fall (ge)wichtig, Spaß und Rap klingt anders, aber Rap und Spaß braucht man ja auch nicht immer.

    Wertung: ★★★★☆







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