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  • Beatsteaks – Boombox

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    Warner Music – VÖ: 28.1.2011

    Jeder, aber wirklich jeder anderen Band mit einem so vielfältigen, heterogenen Album würde man Identitätslosigkeit vorwerfen.
    Aber bei den Beatsteaks gibt es ein Konzept und das ist eben diese Vielschichtigkeit, denn diese Band ist eine höchstdemokratische Sache, die jedem der fünf beteiligten Herren und ihren Geschmäckern gerecht werden will.

    Und so gibt es auf jeder Beatsteaks-Platte ein astreines hartes Schmuddelpunk-Monster, welches nie mehr als zwei Minuten braucht, um alles niederzureißen und welches auf Boombox “Behaviour” heißt und im Gegensatz zu seinen Vorgängern sogar einen harmonischen Refrain aufweist.
    “Let’s see” hingegen ist am anderen Spektralende der Platte und nimmt mit seinem Skarhythmus, seinen karibischen Klängen und mit dem nur dezenten Schlagzeug schon jedes gute Gefühl des kommenden Sommers vorweg, “I don’t care as long as you sing” lässt grüßen.

    Und apropos Wiedererkennungswert: da gibt es ja immer noch diese Stimme von Arnim Teutoburg-Weiß, die über allem thront: Denn diese Stimme würde sogar einen Timbaland- Beat mit Justin Timberlake so annektieren, dass der Track oder Song hierzulande sofort den Beatsteaks zugeordnet würde, sofern noch ein wenig E-Gitarre mit am Start ist.

    Doch nu’ ma’ schön sachte von Anfang an: der Opener “Fix it” ist einmal mehr dafür gemacht, um als Opener-Blaupause für jeden liebevoll zusammengestellten Sampler zu dienen: scheppernd und wuchtig aber blechern produziert gönnt er sich alles von Grunge und Crossover, was die Neunziger ausgemacht hat.

    Es folgt das radiotaugliche höchstgefällige- doch keinesfalls beliebige- “Milk & Honey”, welches allseits bekannt sein dürfte und hier somit hier von weiterer Erörterung ausgespart sei.

    Es geht weiter mit vielfältigen Referenzen:
    “Alright” hat viel von Achtziger-Stadion- Rock, der Refrain von “Under a clear blue sky” ist sogar von Biffy Clyro geklaut, da es aber nur der Refrain ist, ergeht Gnade vor Recht.
    “Automatic” hingegen bringt auch wieder die Karibik ins Wohnzimmer.

    Wer aber den Kurzauftritt von Torstens Tochter relativ am Ende von “Automatic” als innovativen Niedlichkeitshöhepunkt überhaupt betrachtet, wie scheinbar viele in der Presse, sollte mal “After School special” von Jurassic 5 hören.

    Aber mal davon abgesehen als auch abgesehen von dem überteutonischen Englisch in den Strophen von “Under a clear blue sky” ist Boombox großartig und endet mit “House on Fire” noch mit einer “reinen” Hymne; oder wie Dittsche sagen würde: “das ist ‘ne reine Hymne, Ingo!”

    Es bleibt dabei: wenn Außerirdische unseren Planeten heimsuchten und ich entgegen Arthur Dent auch nicht vor den Vogonen, sondern vor einer Species mit Herz stünde und sagen müsste, warum dieser Planet und im Speziellen diese zumeist alles andere als lustige Republik nicht einer interstellaren Autobahn weichen muss, würde ich ihm besten Gewissens diese oder jede andere Beatsteaks-Platte in die Hand drücken und Kopfhörer auf die ohrähnlichen Löcher… -Ich wüßte, dass unser Planet verschont wird.

    Ob die Beatsteaks allerdings froh wären, jeden Tag ein Konzert von zehn Stunden am interstellaren Rasthof zu spielen, bleibt fraglich.

    Wertung: ★★★★★







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