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  • Zwei Leben für ein Leben – „Sleeper“

    Von Daniel Gilic

    SleeperHolden Carver versteht die Welt nicht mehr. Der engagierte und nicht auf den Mund gefallene Agent führt ein äußerst riskantes Doppelleben als Spitzel für International Operations. Er versorgt seine Kollegen mit vertraulichen Informationen des Verbrechers Tao, einem sympathischen Manipulator und Psychopath, der mit seinem diabolischem Charisma gerissen und intelligent genug ist, um wichtige Geschehnisse auf der Welt zu lenken.

    Holden entwendet Unterlagen oder lässt sich verkabeln, um so unzählige Gespräche rund um den Globus aufzuzeichnen. Alles scheint nach Plan zu verlaufen, bis John Lynch, Holdens Vorgesetzter, nach einem Attentat ins Koma fällt. Dabei ist der einzige Mann bei I.O., der von dessen Doppelidentität weiß. Von da an beginnt die Tortur. Holden verstrickt sich zunehmend in einem Netz aus zwanghaften Lügen und Intrigen – und steht nun im Visier von beiden Seiten. Wem kann er noch trauen und vertrauen? Aber sei’s drum. Er treibt es sowieso zu weit. Mit maßloser Selbstüberschätzung versucht er, die Wogen zu glätten und aus diesem Schlamassel noch irgendwie heil herauszukommen, was letztendlich zu einer verzweifelten Verlorenheit führt. Trotzdem spielt er das Spiel mit. Zumindest so lange, bis seine Erlösung nahe scheint…

    Sleeper„Sleeper“ ist eine amerikanische Comic-Maxiserie, die hierzulande in vier kompletten Bänden erhältlich ist. Optisch wirken die von Cross Cult veröffentlichten, schmucken A5-Dinger wie aus einem Guss. Text und Zeichnungen sind hervorragend, passen sich den Gegebenheiten an. Ed Brubaker und Sean Phillips verstehen es meisterhaft, existenzielle Unsicherheiten und schlüpfrige Durchtriebenheiten abzubilden. Es ist alles vorhanden, alles da, was einen guten Thriller ausmacht: Ein labyrinthartiger Plot, hübsche Femme Fatales, schwere Jungs, viel Blei und cool hinausposaunte Hardboiled-Dialoge.

    Sleeper4Eine um sich selbst kreisende Eskalationsstrategie – das ist „Sleeper“. Es ist ein Taktieren und Tricksen ohne absehbares Ende, es geht um Betrug – und Beschiss. Holden begreift im Laufe der vier Bände, dass sein Weltbild im Grunde auf Lügen basiert. Die bitter-effektiven Endszenen im Abschlussband (eine Offenbarung im Genre!) sind allein ihr Geld wert.

    Comics als Charakterstudien: „Sleeper“ kreist um die gesellschaftlich wichtigen Themen
    Professionalität, eiserner Wille und Schicksalsschläge. Immer wieder tauchen die Kreativen unter die harte und gefährliche Oberfläche, und geben Einblicke in die Psyche der Figuren.


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