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  • The Gaslight Anthem – American slang

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    gaslightanthemn-americanslangSide one dummy records VÖ: 18.06.2010

    Manchmal gibt es im Vorfeld tausend Ideen, wie man eine Plattenkritik anfangen soll, wenn Bands, die man verehrt, eine neue Platte auf den Markt bringen: wie man mit einbringen kann, dass das Debüt „Sink or Swim“, dass man leider viel zu spät kennen gelernt hat, die noch wesentlich bessere Platte als „The ’59 Sound“ ist. Man malt sich eine Dramaturgie aus, wie man die drei Platten in ein stimmiges Korsett pressen kann; nur um dann festzustellen, dass alles ohnehin ganz anders kommt, als man es erwartet. Denn erstens hat „American Slang“ wirklich nur zehn Songs im Gegensatz zu den beiden Vorgängern mit 12, was sich auf Albumlänge schon bemerkbar macht; bei zehn Songs ist man einfach unbarmherziger, wenn einen ein Song kalt lässt. Zweitens lässt die Band auf „American Slang“ auch andere musikalische Einflüsse als den Boss zu. Während die Verneigung vor Bruce Springsteen immer ein Bückling war, dass sie mit dem Mund fast den Boden oder die eigenen Zehen berühren konnten, schleicht sich hier eine dezente Verbeugung vor den Achtzigern im Allgemeineren ein. So klingt „We did it when we were young“, die letzte Nummer, ein wenig nach der Essenz dessen, was zum Beispiel U2 in den Achtzigern ausgemacht hat.

    Andererseits klingt die Platte oftmals bemüht oder überproduziert: unter anderem ist der Titeltrack „American slang“ ein wenig lasch, aber auch „Bring it on“ oder „The queen of lower Chelsea“ sind schon äußerst glattgebügelt; nichts gegen die Melodien in den Songs, aber man vermisst vielerorten mehr Schroffheit, zum Beispiel die kräftige brüchige Stimme Brian Fallons, „Orphans“ ist da eine rühmliche Ausnahme. Teilweise haben die Songs trotz der relativ glattgebügelten Produktion trotzdem aber noch eine immense Magie, einfach, weil „The Gaslight anthem“ das Talent für gute Melodien gepachtet haben, Beispiele hierfür wären „The Diamond Church street choir“, „Old Haunts“ oder „The spirit of Jazz“, und „Boxer“ läuft hier gänzlich außer Konkurrenz, so herzumschmeichelnd ist die Nummer. Alles in allem bleiben „The Gaslight anthem“ aber hinter den Erwartungen zurück, es verwundert schon, dass die „Visions“ als auch der „Rolling Stone“ so auf „American slang“ abgegangen sind. Und bei zehn anstatt beispielsweise zwölf Songs macht es sich eben noch zusätzlich besonders schmerzlich bemerkbar, wenn geschwächelt wird.

    Eins muss aber zum Schluss noch verdeutlicht werden, hier wird auf äußerst hohem Niveau gemeckert, es bleibt immer noch zu wünschen, dass 99,9 % der restlichen Musiklandschaft das Herz und die Eier von den Jungs aus New Jersey hätte. Aber gemessen an dem, was sie uns schon beschert haben, war das nicht Superzuckersahne und wirkt in Teilen ein wenig wie ein Schnellschuss.

    Wertung: ★★★★☆







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