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  • Stone Temple Pilots – Stone Temple Pilots

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    stonetemplepilots11Atlantic / Warner VÖ: 21.05.2010

    Jetzt mal Hand auf’s Herz, liebe Musikfreunde: die „Stone temple pilots“ waren zumindest zu Beginn keine große Band: zu sehr schwammen sie auf der Tsunami-Welle mit, auf die sie „Pearl Jam“ hinaufzogen. Pearl Jam schwammen allerdings auch ein ganzes Stück hinter dem höchsten Punkt einer Welle mit, die durch das Seebeben „Nirvana“ geschaffen wurde und von den Herren Cobain, Novoseli? und Grohl auf dem höchsten Punkt auf der Gischt geritten wurde. Zugegeben, „Ten“ war eine großartige Platte, aber ob sich diese Massen ohne Nirvana dessen bewusst gewesen wären, bleibt fraglich.

    Wenn man sich allerdings das im Zuge dieser Welle auch mehr als gut vermarktete „Stone temple pilots“-Debüt „Core“ 2010 anhört, hat die Platte wenige Momente, die dafür geeignet wären, dass man spitz wie Nachbars Lumpi auf eine Reunion der Steintempelpiloten sein könnte.
    Anders würde es sich allerdings gestalten, läge man den Zweitling „Purple“ zugrunde, auf dem noch in Teilen sehr melodischer Grunge und absolute Ohrwürmer und Klassiker geboten waren.
    Auf den zwei Alben nach „Purple“ entwickelten die Piloten einen Sound, der sie zunehmend weg vom Grunge führte und in sämtliche Schattierungen von Pop bis Rock eintauchte, aber durch die Stimme Scott Weilands hatte die Assoziation „Grunge“ doch fast immer zumindest wage Raum.
    Das neue Werk, dass die Herren Weiland, (zweimal) deLeo und Kretz nach ihrer Trennung 2003 und ihrer Wiedervereinigung, die laut Musikpresse schon 2008 stattfand, aufnahmen, ist bis auf Scott Weilands Klangfarbe so deutlich vom Grunge entfernt, wie es Rock nur sein kann. Während die vier Vorgängerplatten- das Debüt vielleicht am wenigsten- jedes für sich noch nach jugendlichem Hunger klangen, soll auch das nur mit dem Bandnamen betitelte aktuelle Werk mit Anleihen am Stoner- oder dem Desert Rock oder affektiert-artrockmäßig gesungenen Strophen Innovation vorgaukeln. Das funktioniert jedoch nicht und die Nähe, die teilweise zum Rollercoaster-Pop oder Country (-Rock) hervortritt, zeigt eher, dass man sich mit dem Alter und dem Haus im Grünen abgefunden hat. Dagegen ist auch generell nichts einzuwenden, und deshalb klingt die poppige Nummer „Dare if you dare“ auch am stimmigsten und ehrlichsten.

    Ein guter, weil paradoxerweise bodenständiger Song reicht aber nicht für eine Platte von einer Band, die vor achtzehn Jahren im Fahrwasser von Nirvana eine der ersten drei Bands war, die die Welle Grunge mittransportieren und extrem davon profitieren durfte. Eine solche Band darf aufgrund ihrer Geschichte äußerst viel, nur nicht Mittelmaß.

    Wobei wir beim Stichwort wären, denn „Stone temple pilots“ ist nicht wirklich schlecht, ist aber das, was man völlig problemlos als Mittelmaß bezeichnen kann, nach dem kein Hahn gekräht hätte, stünde da nicht „Stone temple pilots“ drauf.

    Und ich muss gestehen, dass es auch mir schwierig fällt, die neue Platte zu hören, wo ich doch im Zuge meiner Wissensauffrischung „Vasoline“, „Big Empty“ und „Interstate Love song“ wieder entdeckt habe; und ich weiß, welche Anwürfe jetzt kommen: nein, ich höre sie nicht aus Nostalgie, 1994 waren sie gar nicht so präsent in meinem Leben, aber das waren einfach Spitzensongs. Gäbe es auf bumbanet eine Rubrik „Wiederentdeckt“, müsste man sofort von „Purple“ schwärmen. Gibt es aber nicht, somit bleibt nur noch, die Pünktchen für diese Platte mit übrigens sehr schönem Artwork zu verteilen:

    Wertung: ★★½☆☆







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