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  • Die Fantastischen Vier – Für Dich immer noch Fanta Sie

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    fanta4-fantasieSony Music / Columbia VÖ: 14.05.2010

    Also, ich war mir ja sicher, dass die Herren Beck, Dürr, Rieke und Schmidt spätestens zu diesem hier vorliegenden Album beim Syndrom „Rolling Stones“ angekommen wären, zumal man ja mit Massen von Live-Alben und sogar schon Tribute-Samplern auf dem besten Weg war, auf der Stelle stehen zu bleiben und einfach Altbekanntes aufzuwärmen.

    Dass es beileibe nicht so ist, liegt vor allem an der Musikgerüstfraktion: And. Ypsilon und Michi Beck. Denn die beiden scheinen seit der „Fornika“ konstant an schönen oder wuchtigen, wuchtig- schönen oder verspulten Beats gebastelt und geschraubt zu haben. Denn Weltverbessertracks wie „Die Lösung“ oder das trotzige „Dann mach doch mal“ war alles schon da, da erfinden sich die Herren Beck, Dürr und Schmidt textlich oder auch schematisch kaum neu: bei Tracks wie der Erstsingle „Gebt uns ruhig die Schuld“ wechselt der Rap-Part nach acht Zeilen und geht auf den nächsten über.

    Quizfrage: Kommt uns das bekannt vor? Eventuell von der ersten Singlauskopplung des Vorvorgängeralbums? Oder auch solche Nummern wie „Smudo in Zukunft“ als einen typischen Smudo- Representer oder den typischen Thomas D.- Esoteriker namens „Mantra“ kennen wir aus den letzten Alben. Aber vielleicht ist es genau das, was sein muss: die alten Schemata, wie die alten Superhelden, die ihre alten Superkräfte haben, nur die Geschichten drumherum verändern sich.
    Aber es gibt auch Frisches: So einer wiederkäuenden Nummer wie „Garnichsodoll“ in ihrer ganzen Schroffheit wohnt ein unglaublicher Humor inne.

    Apropos Schroffheit: es gibt ja auch noch „Kaputt“ und die zwei spuligen Interludes (welche dem Album den Namen gaben) als schroffste Kontrapunkte und Spitzen an Experimentierfreudigkeit; diese sind dann vielleicht – um in dieser Metaphorik zu bleiben – die kurz eingeführten richtig fiesen Bösewichte, die aber bald niedergerungen werden, aber für die Dramaturgie unseres Superheldencomics unerlässlich sind.

    (Allerdings wollte der Vergleich keinesfalls darauf hinaus, dass es ja auch einen Comic namens „Fantastic 4“ gibt und keinesfalls irgendwelche Parallelen dahingehend aufzeigen. Somit erweist sich der anfänglich passend anmutende Vergleich als Fußfessel und soll hiermit schnurstracks wieder in das Vergessen abgeschoben werden!)

    Trotz oder gerade wegen all der altbekannten Schemata kommt man nicht umher, der Platte zu konzedieren, dass sie in den meisten Nummern und Winkeln einfach Spaß macht. „Für immer zusammen“ sei hier genannt als Pächter des perfekten Vibes. Die Platte fängt aber schon an mit einem Intro wie aus einem Monumentalfilm, das schließlich im thematisch ebenso monumentalen „Wie Gladiatoren“ mündet. Oder das Herz wird geöffnet von der gutmenschentümeligen Melodie in der Hook in Tracks wie „Danke“ oder „Was wollen wir noch mehr?“, beide mit einer eigentlich für Fettes Brot typischen Klangfarbe, wobei „Danke“ inhaltlich einen fiesen Kontrapunkt setzt. Denn die Herren „Ypsilon“ und Beck verpacken Soul, Verspultes und sogar Pathos mit einer Wärme und Würde in Tracks, dass die Herren von der Vokalfraktion wirklich dankbar sein müssen, dass das ganze „Fantastischen Vier“-Ding für die Klanggerüstschrauber Beck und Rieke (anscheinend) immer noch höchste persönliche Priorität hat und gefeiert wird.

    Zur Ehrrettung der Vokalabteilung sei noch ergänzt, dass die Arrangements der Stimmen unglaublich gelungen sind und- wer es vorher noch nicht wusste, muss es spätestens jetzt zugeben- Michi Beck, Thomas D. und Smudo können echt singen…

    Wertung: ★★★★☆


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