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  • Biffy Clyro – Only Revolutions

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    biffy14th floor records / Warner Bros VÖ: 6.11.2009

    Es gibt zwei verkaufsfördernde Unsitten im Musikbusiness. Die eine ist, ein Best of-Album herauszubringen, nicht nur, um Leuten, die vorher wenig mit der Band zu tun hatten, einen guten Querschnitt zu geben, sondern die Band will auch, indem man ein paar neue Songs auf besagte Platte packt, die alten Fans und absoluten Sammelnerds zum Kauf animieren; dies klappt auch meistens.
    Im zweiten Fall geht es darum, kurz nach Erscheinen einer Platte eine Single auszukoppeln, die nicht auf dem Album ist und die dann durch die Decke geht, wobei es schon nahe liegt, dass die Plattenfirma das Ding so stark promotet und den Radiostationen und Musiksendern auf’s Auge drückt, dass die Nummer auf Heavy Rotation gehen muss!!!

    Die eigentliche Unsitte ist dann, das Album, das Bandfans schon seit Tag eins bis drei des Erscheinens besitzen, noch mal um diesen einen Song erweitert herauszubringen. In meiner Erinnerung fühlte ich mich das erste Mal bei Faith no more und „Easy“ in Bezug auf das Album „Angel Dust“ verarscht. Das machen lustige Musikanten bzw. deren Plattenfirmen aber gerne, sei es Madsen im Bezug auf „kein Mann für eine Nacht“ und Frieden im Krieg“ oder seien es die Beginner mit „Morgen Freeman“ und „Blast action hero“- zugebenermaßen glücklicherweise mit mehreren neuen Songs-, angesichts der krankenden Plattenindustrie hätte man sonst wenig Verkaufsargumente. Hier ließen sich bestimmt noch Massen von ähnlichen Beispielen anführen.

    Warum ich das erwähne? Biffy Clyro fallen dieser Unsitte eben nicht anheim. „Mountains“ ging im Vereinigten Königreich in die Single TopTen, da war „Puzzle“ schon ohne die Nummer auf dem Markt. Und „Mountains“ findet sich eben erst auf dem mehr als zwei Jahre später erscheinenden Nachfolger wieder; wäre „Mountains“ der einzig richtig gute Song auf „Only Revolutions“, könnte man wieder das Zugpferdargument anbringen, das ist jedoch glücklicherweise nicht der Fall.

    „Only Revolutions“ ist zwar auch wie „Puzzle“, das erste Major- Album der drei Schotten, kein Punk- Album, auch hier finden sich epische Passagen wieder, allerdings nicht mit dem Argument, das „Puzzle“ beherrschte, nämlich: „wir haben ein zwölfköpfiges Orchester zur Verfügung, also nutzen wir es auf Teufel komm raus“. Obwohl diese Instrumente da sind, werden sie wesentlich dezenter und somit interessanter und gewinnbringender, ohne vordergründige Opulenz, eingesetzt. Welcher Spack hat „Puzzle“ auf bumbanet.de eigentlich die Bestbewertung gegeben? Spaß beiseite, das war damals subjektiv so gefühlt, „Puzzle“ hat interessanterweise inzwischen den ganzen Reiz verloren.
    „Only Revolutions“ ist auch von der Melodieführung eindeutig weniger „Schweden- Surf- Punk“, die Platte ist organischer, europäischer, erwachsener. Das soll nicht heißen, dass der Pop, den „Puzzle“ erstmals in die Band brachte, gänzlich verschwand, es wurde nur dezenter.

    Ich weiß nicht, ob diese Assoziation für die werte Leserschaft etwas hergibt, aber „Only Revolutions“ ist eine Winterplatte, etwas, dass einem warm ums Herz macht, wenn man warm gekleidet durch den Schnee stapft. Dennoch ist hier jemand vorsichtiger mit überschwänglicher Bewertung geworden, obwohl dies in Relation zu „Puzzle“ wirklich keine Bedeutung hat!

    Wertung: ★★★★☆







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    2 Kommentare »
    1. Sigi schreibt:

      was? nur mountains soll gut sein? es gibt keine einzige schlechte nummer auf diesem album und das live album ist genau so toll

      26. Aug. 2011 | #

    2. Christian Schmitz-Linnartz schreibt:

      Das habe ich nie gesagt, dass “Mountains” die einzige gute Nummer sein soll. Ich bitte genau zu lesen!

      9. Sep. 2011 | #

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