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  • Razorlight - Slipway Fires

    Von Daniel Gilic

    razorlight-slipway-fires2Mercury / Universal VÖ: 20.02.2009

    Jeder und jede liebt. Jemanden, etwas. Weil das so einfach ist, widmen sich Razorlight auf dem dritten, dem wichtigen Album, der Liebe. Damit können alle etwas anfangen. So weit, so gut. Doch Liebe ist ein schwieriges Unterfangen. Ein Hauch zuviel, und schon ist sie erlöschen. Wie schnelllebig sie sein kann, dass wissen auch Johnny Borrell und seine Jungs. Eine Band auf dem Weg zu sich selbst oder doch nur viel Rauch um nichts?

    Es sieht immer noch ein wenig so aus, als müssten Razorlight weiterhin aller Welt beweisen, dass sie keine Kompromisse eingehen, sich nichts vorschreiben lassen, Trends gar absichtlich umgehen und dementsprechend den gegenteiligen Weg einschlagen. Auch das Wort Polarisation dürfte Frontmann Johnny Borrell nur allzu gut kennen.
    Großspurige Dramatik soll es diesmal sein, inhaltlich werden sowieso große Töne gespuckt. Zerbrechliches Pathos und eine charismatischer Stimme dominieren den Großteil des Materials auf „Slipway Fires“. Ein paar froh gestimmte Melodien und groovende Auflockerungen („North London Trash“) haben dennoch Einzug gefunden. Trotzdem: Wenn jemand so mitreißend vorträgt, sieht man gerne über das große Ego des Sängers hinweg.

    „Wire To Wire“, die famose erste Single, die gleich an erster Stelle platziert wurde, beweist, dass lediglich ein paar wunderschöne Pianotupfer und eine strahlende Stimme benötigt werden um jedes feine Nackenhaar in Erregung zu versetzen. Die einfache aber elegische Melodie sorgt dafür, dass man den ergreifend schönen Opener nicht schnell vergisst, allerdings überschattet er auch das restliche Material. Es dauert ein bisschen, bis Songs wie die sich langsam steigernden „Hostage Of Love“ und „You And The Rest“ oder das flott groovende „Tabloid Lover“ auf sich aufmerksam machen.

    Auf ihrem dritten Longplayer wollen Razorlight viel. Mehr. Und am besten auch noch alles auf einmal. Weil sie gute Songs haben, könnte das Vorhaben sogar gelingen. Ein dominantes Klavier, ruhiges Gitarrenspiel, vorsichtig eingesetztes Schlagzeug – mehr braucht es nicht. Spärlich instrumentiert und fragil wirkt das Album, weil der Raum für die Songs sehr viel Platz beinhaltet und Atmosphäre zulässt. Den Fehler, im Bombastkitsch unterzugehen, begehen Razorlight zum Glück nicht.
    Die Zeiten, in denen die Band schlaftrunken verspielte Songs wie „In The Morning“ fabrizierte, scheinen jedoch vorbei zu sein. Man muss sich andere Lieder suchen, bei denen man sich den Schlaf aus den Augen reiben kann.
    Auf der anderen Seite setzen Songs wie „Blood For Wild Blood“ Borrells Stimme so gekonnt in Szene wie nie zuvor.

    Traurig schöne und schön traurige Melodieperlen, streichelzarter Pop („60 Thompson“) und ein aufflackerndes Licht aus der Indie-Ecke sind zu verorten, die der Zuhörerschaft Weg weisen. Ein unmodernistisches Album in zarter Melancholie. Für Schöngeister und Romantiker, aber auch für unglücklich Verliebte und Alleingelassene.

    Wertung: ★★★½☆


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    3 Kommentare »
    1. lea schreibt:

      ich liebe wire to wire von razorlight. klasse hit. der erfolg spricht für das meisterwerk.

      3. Mar. 2009 | #

    2. Daniel Gilic schreibt:

      jep, das tut es wohl war ;)
      obwohl ich das Album (noch?) nicht als großes Meisterwerk sehe… aber der Song ist natürlich klasse

      3. Mar. 2009 | #

    3. Razorlight - Slipway Fires (Album) schreibt:

      [...] Songs attestiert auch bumbanet.de, linksabbieger und viele Punkte vergibt indigoidian.de . Eher kritische Töne dagegen auf [...]

      10. Mar. 2009 | #

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