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  • In Extremo – Saengerkrieg Akustik Radio-Show

    Von Frank Findeiss

    sangerkrieg

    Universal / Vertigo VÖ: 28.11.2008

    Die Mittelalter-Rockband In Extremo hat eine musikalische Nische gefunden, in der sie Fans sowohl aus der Metal-, wie auch der Gothic-, der Biker- und der eingefleischten Mittelalterfreaks-Szene rekrutiert. In ihren Songs vertonen sie hauptsächlich Originaltexte der Minnesänger und Barden aus dem 8. bis 16. Jahrhundert. Gegründet wurde die Band 1995 und hatte ihr erstes öffentliches Konzert im Jahre 1997 in Leipzig. Die gemeinsamen musikalischen Wurzeln der Bandmitglieder reichen jedoch bis weit in die 70er Jahre zurück und liegen in der damaligen Rock-Diaspora DDR. Hier waren es Bands wie Noah oder Freigang, die Michael Rhein („Das letzte Einhorn“) als die Brutstätte seiner ersten musikalischen Gehversuche bezeichnet. Der optisch wie eine Mischung aus Campino und Tobias Künzel wirkende Sänger, den man angesichts seiner Stimme wohl eher als Marktschreier bezeichnen muss, um in der Mittelalter-Metapher zu bleiben, ist zwar von der Melodik her noch hinter Kevin Russell von den Onkelz anzusiedeln, aber dies kommt dem intendierten Habitus der Band entgegen. Er persönlich bezeichnet in der als DVD beigelegten ultimativen Band-Doku sowohl Deep Purple, Uriah Heep wie auch Led Zeppelin als Einfluss auf sein Schaffen. Allgemein erfährt man aber später, dass sowohl Thomas D., Rea Garvey (Reamon), Henning Wehland (H-Blockx) und Marta Jandová (Die Happy), mit denen In Extremo zusammengearbeitet haben, wie auch Prong, Primus, Rush, die Red Hot Chili Peppers, Tool, Helmet, die Beatles und Udo Lindenberg einen Einfluss auf ihre Musik ausgeübt haben. Der Bassist Kay Lutter („Die Lutter“) spricht in diesem Zusammenhang dann auch von „World music“, die In Extremo darbietet und dies vor dem Hintergrund, dass auch etliche Reggae- und Klassikgrößen in der Musik der Band verarbeitet werden. Neben Instrumenten wie Cister (einer Gattung der Laute), die sowohl von Michael Rhein wie auch vom Gitarristen Sebastian Lange („Van Lange“) gespielt werden, sind es vor allem die Schalmei, die schwedische Nyckelharpa („Schlüsselfidel“), gespielt von Boris Pfeiffer („Yellow Pfeiffer“), wie auch die in Marke Eigenbau in mühsamer Kleinarbeit nachgebauten Bauernsackpfeifen („Dudelsäcke“) von André Strugala („Dr. Pymonte“) (der auch für Harfe und Hackbrett zuständig ist) und Marco Zorzytky („Flex, der Biegsame“), wobei letzterer sowohl die Drehleier bedient, die der Band ihren eigenwilligen Klang verleihen. Bliebe lediglich noch der Drummer Reiner Morgenroth („Der Morgenstern“) als Mitglied der Combo zu nennen. Die „Sieben Köche“, wie einer ihrer neuesten Songs der bereits im Mai dieses Jahres veröffentlichten neunten Studio-CD „Sängerkrieg“ heißt, vermischen mittelalterliche Musik mit Rock- und Metal-Elementen, sowie ursprünglich volkstümlicher Musik aus dem keltischen (also bretonisch und irisch-gälisch) und dem altskandinavisch-normannischen Raum zu einem wohl schmeckenden Brei, der dann auch mit einem „babylonischen Sprachgewirr“ aus mittelhochdeutsch (bzw. althochdeutsch), latein, altschwedisch (alt-nordisch), altfranzösisch, isländisch und sogar hebräisch gewürzt ist. Ihre Live-Shows sind als wahres Mittelalter-Spektakel zu bezeichnen, bei dem es, wie auf einem Jahrmarkt zugeht. Der Mix aus Akrobatik, Pyrotechnik und dargebotener Musik erhält seinen speziellen Charme durch die selbstgeschneiderten Kostüme, die die Künstler auf der Bühne tragen. Angesichts der Originalität der Band ist es nicht verwunderlich, dass sich auf dem Best-of-Album „Kein Blick zurück“ namhafte Künstler aus diversen Musikrichtungen, wie Silbermond, Götz Alsmann, Killing Joke, Grave Digger, Randalica und Augenweide durch eigene Interpretationen von In-Extremo-Songs verewigt haben. Drei bisherige Echonominierungen und der 3. Platz beim Bundesvision-Songcontest im Jahr 2006 runden die Erfolgsgeschichte, die noch lange nicht abgeschlossen zu sein scheint, ab. Die dem jetzt erschienenen, puren Live-Akustik-Album zur „Sängerkrieg“-Tour beigelegte DVD enthält neben der genannten Band-Bio auch Ausschnitte zu Konzerten rund um die Welt. Ansonsten besteht die dazu gehörige CD, die am 16.10.2008 als Live-Radio-Show im Studio von Radio Fritz, Berlin aufgenommen wurde, aus nahezu reinem „Sängerkrieg“-Material in neuem Gewand, das durch bereits etablierte Hits wie „Vollmond“, „Die Gier“, „Küss mich“ und „Ave Maria“ angereichert wurde.

    Wertung: ★★★☆☆












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