Rise Against – Appeal to Reason
Von Christian Schmitz-Linnartz
Interscope / Universal Records VÖ: 10.10.2008
Meine Freundin hatte letztens die ehrenvolle Aufgabe, PR- Arbeit für eine ortsansässige Newcomerband zu machen, die als Einflüsse u.a. „Rise against“ angab. Hätten sie angegeben, sie klängen wie „Rise Against“, hätte man ad hoc ihren Namen nennen müssen und sie verunglimpfen müssen. Warum? Nicht weil die Instrumente wenig Schmiss gehabt hätten, die Energie war da. Aber der Sänger besagter Newcomerband war unheimlich schwach -aber weil die Jungs angeblich superlieb und interessant waren, bin ich ein lieber Freund und verrate den Bandnamen nicht. Selbst, wenn besagten Sängers Stimme ein paar Nummern wuchtiger gewesen wäre, ist der Vergleich geradezu blasphemisch. Und das bringt mich zur Kernaussage in Bezug auf „Rise against“: die Band steht und fällt mit ihrem Sänger: selten wurde in den letzten Jahren eine ähnlich charismatische Stimme vernommen, die schmerz- und kraftvoll das Mikrophon vollschmachtet und vollleidet wie Tim McIlrath und nur in gelegentlichen ganz schwachen Momenten klingt wie Dexter Holland.
Der lüsterne Fan wartet jetzt natürlich gespanntest auf einen Vergleich mit den Vorgängeralben, der soll kommen: Das Attribut Melodic- Hardcore kann man inzwischen getrost in die Tonne kloppen, Rise Against 2008 sind Punk mit teilweise geschriener Melodie.
Der eine langsame Song wie auf „Siren Song…“ darf natürlich auch nicht fehlen, auch wenn man beim Text von „Hero of war“ ein zutiefst bitteres Gefühl angesichts des Irakbezugs bekommt. Im Begleitzettel der CD erfahren wir, dass man von 30 Songs nur 14 auf die Platte packte, also selektierte die Band und das merkt man.
„Appeal to reason“ ist eingängiger als die zwei Vorgängeralben, schnörkelloser, was aber nicht heißen soll, das keine Tempowechsel mehr geboten würden. „Entertainment“ zum Beispiel hat ein kurzes Intermezzo mit Polka- Humptata! Da kommen Assoziationen in den Geist wie damals bei Bad Religion’s Generator, nur dass das Produktionsniveau inzwischen weit höher ist und natürlich auch die Qualitätsanforderungen angesichts eines schier überfrachteten Musikmarktes. Und da setzen „Rise Against“ definitiv Maßstäbe für geradlinige Musik, und was für welche: Heavy Rotation, zumindest in diesem Zimmer. Scheiß auf Frickelmusik, so muss Pathos, Energie und Leidenschaft klingen, so und nicht anders!
Wertung: 




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Amen!
Tim McIlraths Stimme ist wirklich eine der markantesten die ich je gehört habe.
Appeal to Reason finde ich deutlich melodischer als die Vorgängeralben (Savior, The Dirt Whispered, Long Forgotten Sons), daher beharre ich auf eindringlich dem Tag “Melodic Hardcore”
Freu mich auf die Tour nächstes Jahr…
16. Oct. 2008 | #