„Here to stand“ – The Fratellis im Interview
Von Christian Schmitz-Linnartz
Am 9.6.2008 erscheint das zweite, selbst produzierte Album von Schottlands – wahrscheinlich im Moment – „heißestem Scheiß“, den Fratellis, namens „Here to stand“, die Single „Mistress Mabel“ ist im Internet schon zu hören.
In diesem Zuge lässt sie ihr Majorlabel den gewöhnlichen Interviewmarathon bestreiten. Typisch britisch höflich klingelt dann auch fünf Minuten vor dem angekündigten Zeitpunkt das Telefon und eine Dame der Plattenfirma meldet sich, um mitzuteilen, dass man sich um zehn Minuten verspäte. Am anderen Ende der Leitung meldet sich schließlich ein trotz der Promotion-Walze dennoch sehr entspannt wirkender und in Plauderlaune befindlicher Jon Fratelli. Trotz der guten Vorzeichen soll sich der schottische Akzent als nicht zu einfach entpuppen:
bumbanet: Hallo Jon, mein Name ist Christian, wie geht’s?
The Fratellis: Danke, alles okay.
bumbanet: Kein großer Interviewstress?
The Fratellis: Na ja, eigentlich nein, alles gut!
bumbanet: Um direkt zur Sache zu kommen, lastete nach „Costello Music“ nicht ein immenser Druck auf Euch die zweite Platte betreffend, zumal auf „Costello Music nach Meinung vieler Leute dreizehn richtige Knaller drauf waren. Lief man Gefahr, ein zweites „Costello Music“ zu machen oder wolltet ihr daran anknüpfen?
The Fratellis: Nein, eigentlich nicht, da denkt man nicht dran. Man macht halt einfach neue Songs, weil man rausgehen will und die spielen will. Es läuft besser, wenn man nicht drüber nachdenkt.
Also, ich finde unser neues Album besser als das Alte.
bumbanet: Auf Eurer Homepage steht, dass „A Heady Tale“ z.B. von „The Who“ inspiriert ist und für „Acid Jazz Singer“ der Glamrock Pate stand. Kannst Du noch etwas über die Entwicklung der anderen Songs sagen?
The Fratellis: Eigentlich nein, man trägt halt Ideen in seinem Kopf mit sich rum und wenn die Ideen einen Sinn ergeben, „you put it in songs“… Klar war, dass ich’n Klavier gekauft habe und dass somit viel Klavier auf dem Album zu hören ist.
bumbanet: Wie ist das mit der Songentstehung? Bringt jeder Ideen ein, ist das somit ein Prozess?
The Fratellis: Nein, ich gehe mit kompletten Songs auf einem Demo-Band in Studio, samt Bass und Schlagzeug, ich mag es, wenn die Dinge fertig sind, bevor ich sie anderen zeige.
bumbanet: Ihr wart ja viel auf Tour in den letzten Jahren, sind die Songs da entstanden, wie und wo habt ihr die Songs geschrieben?
The Fratellis: Auf Tour sind nur zwei Songs entstanden, der Rest in nur einer bis zwei Wochen. Ich hatte Urlaub und bin sowieso am glücklichsten, wenn ich Songs schreibe, also kann man sagen, fast das ganze Album ist in drei bis vier Wochen entstanden.
bumbanet: Das erste Album habt ihr ja in Los Angeles aufgenommen, wo eigentlich das zweite?
The Fratellis: In Glasgow…
bumbanet: Kann man sagen, dass dies einen Einfluss auf die Stimmung des Albums hat, wenn man zuhause ein Album macht?
The Fratellis: Nein, es macht eigentlich keinen Unterschied, also, In L.A. war es halt warm und sonnig, und in Glasgow war es Dezember und Glasgow wird wirklich dunkel im Winter und es hat nur geregnet, die Leute wollen immer hören, der Ort oder das Wetter habe so einen wahnsinnigen Einfluss, aber man geht nur ins Studio, weil man aufnehmen will und das Zeug rausbringen…
bumbanet: Zum Schluß noch folgende Frage: Ich habe gestern noch mit Freunden darüber geredet, dass ihr im Vereinigten Königreich, Irland und Europa schon ziemlich groß geworden seid. Dies führt mich zu folgender Frage: Stell Dir vor, jemand käme zu dir und teilte dir mit, dass Madonna Euch für eine US-Tour oder einzelne Gigs als Support haben möchte?
The Fratellis: „I would tell you to fuck off! Madonna should pack her bags and go, she is not needed any more, she turned into a monster!“
bumbanet: Ich sage danke für das Interview und hoffe, dass ihr bald in Deutschland am Start seid…
The Fratellis: Ja, wir spielen bald bei Rock im Park und Rock am Ring…
bumbanet: Da muß ich leider Arbeiten…
The Fratellis: Dann halt ein anderes Mal…
bumbanet: Thanks and bye..
The Fratellis: Bye, cheers…
Werbung
