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  • Kettcar – Sylt

    Von Christian Schmitz-Linnartz

    kettcar.jpgGrand Hotel van Cleef VÖ: 18.04.2008

    Das hatten wir schon mal bei diesen Herren, der Opener als die erste Auskopplung. Nur dass „Deiche“ als großartiger Pusher nicht vorweg nahm, was „Von Spatzen und…“ bot, der Song war im Plattenkontext zu überpräsent. Das soll jetzt nicht heißen, dass Platte Nr.2 nicht gut war, soll nur heißen, dass der hier Schreibende einen Einsteiger für die Plattenkritik sucht. Und dieser soll sein, dass man auch bei „Sylt“ vom Opener „Graceland“ nicht auf die Platte schließen soll, aber au contraire zum Vorgänger: der Opener gehört eher zu den Stimmungsärmeren der Platte- natürlich subjektiv gesehen und nach zehnmaligem Anhören von „Sylt“ eventuell zu relativieren. Vorerst aber beginnt „Sylt“ erst ab „Nullsummenspiel“, der Nummer 2, eine leichte Euphorie zu erzeugen. Diese ist immer noch weit weg von den Landungsbrücken, genauerer Betrachtung oder noch zu verbrennendem Geld (der vorangegangene Satz ist für Kettcar-Fans- geb’ ich zu- und verlangt eine gewisse Transferleistung). Die Euphorie ist aber nach Durchlauf Nr.1 schon stärker als beim Vorgänger, die Songs werden als potentiell- großartige Songs erkannt, die man zu verinnerlichen gedenkt. Eins lässt sich aber sagen und sämtlichen musikjournalistischen Kollegen nachplappern: „Sylt“ ist dunkler und epischer als beide Vorgänger, lässt sich mehr Zeit in der Songentwicklung, Nummern wie „Handyfeuerzeuge…“ oder „Ausgetrunken“ sucht man vergeblich, „Geringfügig, befristet, raus“ oder „Kein außen mehr“ könnte diesen Anspruch erfüllen. Aber musikalisch hedonistische Guteläuner und eingängige Hymnen haben Kettcar uns eigentlich schon zur Genüge verschafft, das Herz und der Geist werden „Sylt“ aber kurz über lang als Symbiont akzeptieren, da bin ich sicher. Einzelne Nummern herauszuheben würde der Stimmung der Platte nicht gerecht, es
    sei nur darauf verwiesen, dass einige Songs zum Beispiel tolle Streicher- oder- Bläser- Arrangements haben, auch wenn davon auszugehen ist, dass diese mangels Erwähnung im Booklet aus der Retorte kommen. Mit „Wir werden nie enttäuscht werden“ gibt sich am Ende sogar noch mal der Punk die Ehre, ein typisches Kettcar- Plattenende, bloß keine Tendenz in der Dramaturgie erkennen lassen!
    Zum Schluss sei noch eine pseudomusikjournalistische Erkenntnisthese erlaubt: ein gutes Debütalbum ist ein Segen (da hat Kettcar eins der Stärksten seiner Art vorgelegt), ein gutes Zweitalbum ist schwierig, ein gutes drittes schafft eine Institution, und das haben die Herren erreicht, mögen „Rantanplan“- und „But-alive“- Dogmatiker und Nostalgiker auch keifen oder belfern, diese Band ist einfach groß. Punktum!

    Wertung: ★★★★½







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    2 Kommentare »
    1. Lissa schreibt:

      Warum wird dieses überdurchschnittliche Album überall gehyped? Textlich gibt es Studentenpoesie und musikalisch ist das Werk wie alles von Kettcar völlig belanglos! Das ist doch nur was für Romantiker die nicht um die nächste Ecke denken können

      20. Apr. 2008 | #

    2. Der Autor der Rezension schreibt:

      Jetzt juckt es mich ja doch noch, auf Deinen Kommentar einzugehen, Lissa. Du schreibst ja selbst, dass das Album überdurchschnittlich ist, dann darf es doch auch gehypt werden. Schön, dass Du gedenkst, Dir anmaßen zu dürfen, welche Platten musikalische Relevanz haben und welche nicht, für mich ist Musik aber eher Herzens- als Hirnsache, wie für viele andere Menschen auch, und deshalb füllen Kettcar Hallen. Wenn Dir noch nicht mal beim Debutalbum das Herz aufgeht, finde ich’s schade für Dich. Aber wer ist für Dich bitte musikalisch nicht belanglos?

      26. May. 2008 | #

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