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  • Interview mit CunninLynguists und Tonedeff – Von Zahnschmerzen, Keksen und Cartoons

    Von Alex Wolf

    cunning2.jpgIm November 2007 haben die CunninLynguists mit „Dirty Acres“ ihr bereits viertes Studio-Album auf den Markt geworfen. Die dreiköpfige Hip Hop Crew aus dem Süden der USA (Georgia/Kentucky) hat sich in der Hip Hop Szene über die Jahre einen guten Ruf erarbeitet: Abwechslungsreiche Beats, meist von Band-Mitglied „Kno“ gebastelt, unterlegen die durchdachten Raps von „Deacon the Villain“, „Natty und „Kno“. Die CunninLynguists zeigen sich verantwortlich für Klassiker wie „A mic like a memory“, „Will rap for food“ oder „Seasons“. Tonedeff ist bekannt für seinen einzigartigen Flow und seine kritischen Raps. Unter dem Dach des Labels „QN5“ können alle vier ihre musikalischen Vorlieben ausleben.

    Am 25. Februar war die Crew zusammen mit Tonedeff im Hundertmeister in Duisburg zu Gast, wo rund 400 Heads auf ihren Auftritt fieberten. Vor ihrem Konzert haben wir mit Kno, Deacon the Villain, Natty und Tonedeff gesprochen.

    bumbanet: Ihr tourt derzeit durch Europa, und heute steht ihr in Duisburg auf der Bühne. Ihr müsst wissen, Duisburg ist verwöhnt, was Hip Hop Konzerte angeht: Regelmäßig kommen wir in den Genuss von guten Konzerten, sei es in der Stadt oder im Umfeld, in Köln, Münster oder Amsterdam. Warum sollte jemand heute abend zu eurer Jam kommen und Zeit und Geld dafür aufwenden, euch live zu sehen?

    Kno: (lacht) Das sollten sie nicht. Aber jetzt ist es zu spät, jetzt sind sie hier und haben keine andere Wahl.

    Tonedeff: Nein ehrlich. Weil wir einfach die besten Live-Shows haben. Das ist der Grund. QN5-Live-Shows können es mit jedem aufnehmen. Wir geben einfach immer 110 Prozent, jeden Abend.

    Natty: Jaa, das stimmt. Gestern abend war es mindestens 100 Grad heiß. Ich glaube ich habe Jesus gesehen (lacht)
    Tonedeff: Wir mögen einfach keine Shows, wo die Leute nur rumstehen und sich langweilen.

    Deacon the Villain: Du merkst, dass uns das am Herzen liegt. Das ist die Belohnung für die Fans. Für uns bedeutet so eine Tour eine Menge Strapazen, jeden Tag unterwegs, die Stimme ist im Arsch, all das eben. Aber wenn wir dann auf der Bühne stehen ist das alles vergessen – dann fühlt man nur noch die Crowd.

    Kno: Und weißt du was? Natty zum Beispiel hat drei Tage vor der Tour Probleme mit seinem Weisheitszahn bekommen. Er konnte ihn nicht mehr rausholen lassen und jetzt hat er andauernd üble Schmerzen. Und trotzdem wird er heute abend auftreten und dabei alles geben. Darum solltet ihr zu unsern Live-Shows kommen.

    bumbanet: Welches Gefühl ist besser: Ein Auftritt vor 30 000 auf dem Hip Hop Kemp oder vor 450 in einem kleinen Club?

    Deacon: Das hängt von der Energie, der Crowd und der Atmosphäre ab. Das Hip Hop Kemp war geil, leider hatten wir nur sehr wenig Zeit vor Ort. Aber wir haben den MOP Auftritt gesehen, der war derbe.

    Kno: Wir haben aber auch schon vor drei Leuten gespielt und trotzdem das Haus gerockt.

    bumbanet: Auf dem Hip Hop Kemp habt ihr gesagt, dass die Leute eure Tracks ruhig runterladen können, Hauptsache sie hören eure Musik. War das ernst gemeint?

    Kno: Ja klar. Aber wir haben ja nicht gesagt: „Ladet euch den Scheiß illegal runter!“

    Deacon: Im Endeffekt ist es doch so, dass wir es gar nicht verhindern können. Wenn jemand es sich die Musik umsonst besorgen will, dann wird es irgendwie schaffen. Wir können nur hoffen, dass alle, die uns unterstützen wollen, sich eine CD oder Platte kaufen.

    Kno: Das Ding ist, wenn Leute unser Zeug lieben, aber nichts dafür zahlen wollen, dann kann ich sie nicht respektieren. Es ist ja nicht so, dass wir davon nicht leben müssten. Diejenigen, die uns gut finden, aber nicht unterstützen, werden eines Tages vielleicht feststellen, dass wir einfach keine Musik mehr machen können. Weil wir unsere Zeit anders nutzen müssen, als kostenlos Tracks zu produzieren.

    bumbanet: Eurer fünftes Album, A piece of strange (2006), war erfolgreicher als alle anderen Alben. Wie kommt das?

    Deacon: Wir alle werden besser, je länger wir dabei sind. Wenn du über einen langen Zeitraum hinweg gute Musik machst, dann wächst auch deine Fanbase. Bei uns hat jedes neue Album seinen Vorgänger in den Verkaufszahlen überholt. Dirty Acres (2007) ist mittlerweile auch schon wieder besser als A piece of strange.

    bumbanet: Ich habe auf euren Myspace-Seiten gesehen, dass ihr alle Barack Oboma im Rennen um die Präsidentschaft unterstützt. Welche Gründe hat das?

    Kno: Er ist genau der Mann, den wir brauchen. Den so oder ähnlich vielleicht jedes Land bräuchte. Nicht unbedingt, weil ich sein Programm von vorne bis hinten toll finde oder wegen dem was ER tun will. Sondern wegen seiner Art, Menschen zu bewegen, SELBST etwas zu tun. Obama kann die Menschen motivieren, sie faszinieren und sie mobilisieren. Das ist es, was wir in den USA brauchen.

    bumbanet: Er redet oft von Hoffnung und Wandel. Was erhofft ihr euch von dem „Change“, den Obama bringen will?

    Natty: Also erst einmal hoffen wir, dass er am Leben bleibt. Wir hoffen, dass ihn nicht irgendein verf***** Redneck umbringt.

    Deacon: Nicht umsonst wird Obama schon mit JFK verglichen. Hoffentlich bleibt er am Leben.


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    1 Kommentar »
    1. miclikeamemory schreibt:

      Sehr gutes Interview! Interessant und lässt sich gut lesen…

      18. Mar. 2008 | #

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